Der Energieausweis

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt Energieausweise zur Bewertung des energetischen Zustands von Gebäuden vor. Sie enthalten allgemeine Angaben zum Gebäude, zu den für die Beheizung verwendeten Energieträgern (z.B. Gas, Öl) sowie die Energiekennwerte des Gebäudes. Neuere ab 01.05.2014 ausgestellte Ausweise für Wohngebäude enthalten darüber hinaus eine Energieeffizienzklasse von A+ bis H.

Grundsätzlich gibt zwei Arten von Energieausweisen:

    1. Verbrauchsausweis
    2. Bedarfsausweis.
Nachfolgend wird auf den Unterschied beider Ausweise näher eingegangen.

Verbrauchsausweis

Der Verbrauchsausweis kommt im Bestand noch häufig vor. Die Angaben beziehen sich ausschließlich auf den tatsächlichen Verbrauch. Er wird aus den Daten von mindestens drei Abrechnungsperioden für alle Wohneinheiten des Gebäudes ermittelt – es gibt also keinen Energieausweis für einzelne Wohnungen, sondern nur einen für das ganze Gebäude. Diese Verbrauchsangaben spiegeln ausschließlich das Nutzerverhalten wieder. Das Nutzerverhalten ist indnividuell und von Nutzer zu Nutzer verschieden wie auch die Verbrauchswerte. Somit sind Rückschlüsse auf die energetische Qualität des Gebäudes nicht möglich.

Bei der Berechnung des Verbrauchskennwertes im Energieausweis müssen längere Leerstände und die lokalen Witterungsverhältnisse für die einzelnen Abrechnungsperioden berücksichtigt werden. Letzteres ist nötig, da ein besonders milder Winter ansonsten einen besseren energetischen Zustand des Hauses vorspiegeln könnte, ein besonders harter umgekehrt einen schlechteren Dämmzustand. Dies erfolgt durch die rechnerische Einbeziehung des so genannten Klimafaktors.

Für welche Gebäude darf ein Verbrauchsausweis ausgestellt werden?

Der Verbrauchsausweis ist generell zulässig für Mehrfamilienhäuser mit mindestens 5 Wohneinheiten sowie sämtliche Wohnhäuser, die schon die Wärmeschutzverordnung von 1977 einhalten. Demzufolge ist für ältere unsanierte Häuser mit höchstens vier Wohneinheiten der Verbrauchsausweis nicht zulässig – hier ist ein Bedarfsausweis erforderlich.

Der Bedarfsausweis

Beim Bedarfsausweis wird der theoretische Energiebedarf eines Gebäudes durch die bauphysikalische Berechnung des Geäudes und der Anlagentechnik ermittelt. Der Beurteilung liegen alleine bauliche Aspekte wie Heizungsanlage, Qualität der Fenster oder Dämmung zugrunde. Bei der Bewertung werden alle beheizbaren Räume so berücksichtigt, als ob sie immer auf +19°C beheizt werden.
Der bedarfsorientierte Ausweis ist bei Neubauten obligatorisch. Ansonsten ist er nur verpflichtend für alle Gebäude, die noch nicht die Vorgaben der Wärmeschutzverordnung von 1977 einhalten und weniger als fünf Wohneinheiten haben. Bei Gebäuden mit mindestens fünf Wohneinheiten geht der Gesetzgeber davon aus, dass das unterschiedliche Verbrauchsverhalten vieler Bewohner sich gegenseitig ausgleicht und demnach ein Verbrauchsausweis ausreichend ist.
Der Bedarfsausweis enthält sowohl einen Wert zum Endenergiebedarf als auch einen zum Primärenergiebedarf. Ist letzterer Wert höher als der Endenergiebedarf, ist von einer Beheizung mit einem weniger umweltfreundlichen Energieträger auszugehen. Der Verbrauchsausweis enthält statt der Angabe zum Endenergiebedarf eine Zahl zum – tatsächlichen – Endenergieverbrauch.

 

Effizienzklassen

Seit Inkrafttreten der EnEV 2014 erfolgt sowohl beim Bedarfs- als auch beim Verbrauchsausweis neben der Angabe des Energiekennwerts – angegeben in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr – eine Einordnung in Energieeffizienzklassen.

Die Klassifizierung der Effizienz erfolgt ähnlich wie z. B. bei Elektrogeräten - sowohl optisch von grün nach rot als auch in Buchstaben von A bis H. Passivhäuser erhalten das grüne A+-Label, alte, ungedämmte Häuser im schlimmsten Fall das rote H-Label.

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