Optimierung der Heiztechnik

Viele Heizungsanlagen - auch neuere Anlagen - im Bestand weisen noch eine Reihe von Mängeln auf, die es zu beseitigen lohnt. Auch staatliche Institutionen wie die KfW Bank und das BAFA fördern Optimierungsmaßnahmen an der Heiztechnik von Bestandsgebäuden.

Umwälz- & Zirkulationspumpen

Alte ungeregelte und stufengeregelte Umwälz- und Zirkulationspumpen sind Dauerläufer.
Sie haben entweder nur eine feste Leistung oder Leistungsstufen, die voreingestellt werden und ständig rund um die Uhr durchlaufen - egal welcher Bedarf überhaupt besteht. Diese Pumpen haben einen hohen Stromverbrauch was über das Jahr verteilt hohe Kosten von ca. 100 bis 150 Euro verursacht. In 20 Jahren kommen so Kosten in Höhe von ca. 2.000 - 3.000 Euro zustande. Zudem verursachen solche Pumpen häufig störende Laufgeräusche.

Hocheffizienz Pumpen

Neue Hocheffizienzpumpen sind elektronisch geregelt und liefern bei geringstem Stromverbauch (ca. 3 bis 25 Watt) nur die aktuell benötigte Menge an Warmwasser. Das bringt soviel Einsparungen an Stromkosten, das sich die Investition je nach Vorgängemodell bereits nach 2-3 Jahren armortisiert. Jährlich sind das Kosten von ca. 13 - 15 Euro. Auf 20 Jahre hochgerechnet fallen hier geschätzt ca. 230 bis 350 Euro Stromkosten an.

Heizkörper Thermostate & Hydraulischer Abgleich

Alte Heizkörper Thermostate haben keine Möglichkeit die Durchflussmenge einzustellen. Das führt dazu dass das Heizwasser je nach Stellung des Ventils ungehindert durchfließen oder gänzlich abgeriegelt werden kann. Das führt dazu, dass in weiter entfernten Heizkörpern ggf. zu wenig oder gar kein warmes Wasser mehr ankommt und der Heizkörper nicht richtig warm wird oder gar kalt bleibt.
Um das zu umgehen haben moderne Thermostatventile eine Voreinstellungsmöglichkeit um einen Grunddurchfluss zu sichern. Das wird an jedem Thermostat separat eingestellt.
Leitungswiderstände des Rohrnetzes müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Zur Optimierung der Anlagenleistung müssen der Volumenstrom und Differenzdruck geregelt werden. Die Berechnungen werden durch den Heizungs-Fachbetrieb vorgenommen.

Diese Einregulierung des Heizungskreislaufes nenn man "Hydraulischer Abgleich". Der hydraulische Abgleich ist mittlerweile Pflicht bei neuen Anlagen und Kesseltausch. Auch bei den KfW-Programmen energetisch Sanieren (430, 151, 152) ist der hydraulische Abgleich für Gebäude durchzuführen, "wenn mit den durchgeführten Dämmmaßnahmen (transparente und opake Bauteile) mehr als 50 % der wärmeübertragenden Umfassungsfläche wärmeschutztechnisch verbessert werden."
Sinn macht der Abgleich auch bei Bestandsanlagen ohne Kesseltausch. Durch die Optimierung der Wärmeverteilung wird mehr Behaglichkeit geschaffen und Energie gespart.

Rohrleitungen & Heizflächen


    Wärmeverteilung ohne hydr. Abgleich

Alte Heizungen wurden in der Regel zur Sicherheit "überdimensioniert". Die Heizkörperleistung ist in den meisten Fällen etwa 30% höher als benötigt. Alte Stahl-Rippen Radiatoren und Stahl Heizungsrohre haben größere Querschnitte und beinhalten so zusätzlich auch viel mehr Wasser was aufgeheizt werden muss. Zudem wurden alte Kostant- oder Niedertemperatur Heizkessel mit Vorlauftemperaturen zwischen 70 und 90 °C betrieben.
Neue moderne Heizkessel oder Wärmepumpen haben deutlich niedrigere Heiztemperaturen (35 bis 45°C) und sind um ein Vielfaches effizienter. Neue moderne Flachheizkörper sind dafür ausgelegt und haben größere Heizflächen bei geringerem Wasservolumen. Somit benötigen diese auch weniger Wasser im Heizungskreislauf.
Die erforderlichen Heizungsrohre können deutlich geringere Querschnitte haben. Die Dämmung der Rohrleitungen im bestand ist in der Regel zu gering. Dadurch kommt es zu Energieverlusten auf der Strecke. Durch die Optimierung der Dämmung können zusätzlich Energie und Kosten eingespart werden.

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